Ratschläge sind am Ende auch Schläge – Warum gut gemeint nicht immer gut ist
- Hong Le
- 3. Aug.
- 2 Min. Lesezeit

„Ich meine es doch nur gut.“„Ich will dir doch nur helfen.“„Du musst einfach nur …“
Wie oft hören wir solche Sätze oder sagen sie selbst?
Ratschläge begegnen uns überall: im Gespräch mit Freund:innen, in der Familie, am Arbeitsplatz oder in sozialen Medien. Und meistens sind sie wirklich gut gemeint. Aber trotzdem können sie beim Gegenüber wie ein Schlag wirken.
Was steckt hinter dem Wort „Ratschlag“?
Ein kleines Wortspiel zeigt es deutlich: Im Ratschlag steckt das Wort Schlag. Das mag vielleicht zunächst witzig klingen, doch es verweist auf eine wichtige Wahrheit: Jeder gut gemeinte Rat birgt die Gefahr, dass er nicht als Unterstützung, sondern als Bewertung empfunden wird.
Wenn wir einem Menschen sagen, was er tun sollte, greifen wir in seine Selbstverantwortung ein. Wir stellen – bewusst oder unbewusst – infrage, dass er oder sie die Situation selbst gut einschätzen und lösen kann.
Warum uns Ratschläge oft nicht weiterhelfen
Sie kommen ungefragt: Ungefragte Ratschläge vermitteln: „Ich weiß es besser als du.“ Das kann entmündigend wirken, besonders in Momenten, in denen jemand gerade emotional verwundbar ist.
Sie fokussieren das Problem – nicht die Person: Viele Ratschläge zielen auf schnelle Lösungen ab, statt empathisch zuzuhören oder den emotionalen Raum zu halten.
Sie können Scham auslösen: Wenn jemand einen Rat nicht umsetzen kann oder will, entsteht leicht das Gefühl, „versagt“ zu haben. Die Folge: Rückzug, Zweifel, Unsicherheit.
Was Menschen stattdessen brauchen
Gerade in emotional herausfordernden Situationen braucht es keine schnellen Lösungen, sondern etwas viel Wertvolleres:Achtsames Zuhören. Präsenz. Vertrauen.
Hier kommen ein paar Impulse für echte Verbindung statt gut gemeinter Tipps:
1. Zuhören statt reden
Manchmal ist das größte Geschenk, einfach nur da zu sein.
Ohne zu werten, ohne sofort zu analysieren.
Tipp für gute Gespräche: Frag dich: „Höre ich gerade zu, um zu verstehen oder um zu antworten?“
2. Fragen stellen statt Lösungen geben
Wenn du wirklich helfen willst, dann frage:
„Was brauchst du gerade?“
„Was fühlt sich für dich stimmig an?“
„Was würde dir jetzt gut tun?“
So stärkst du die Selbstverbindung deines Gegenübers, statt sie zu unterbrechen.
3. Raum halten statt kontrollieren
Vertraue darauf, dass der andere Mensch seinen eigenen Weg finden kann.Coaching auf Augenhöhe bedeutet: begleiten, nicht leiten. Ermutigen, nicht drängen.
Mein Fazit: Achtsame Kommunikation heilt mehr als jeder Ratschlag
Wenn du Menschen wirklich stärken möchtest, dann nimm dir die Zeit für echte Verbindung. Weniger „Du solltest …“, mehr „Ich bin da.“
Denn Heilung beginnt nicht mit Lösungen, sondern mit echtem Gesehenwerden.
Du möchtest Klarheit, Selbstvertrauen und eine neue Perspektive?
Dann lade ich dich herzlich zu einem kostenfreien Kennenlerngespräch ein.
Denn Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt und du musst ihn nicht allein gehen.
Deine Hong